Trügerisches Gelb

Forsythia

Die gelben Blüten der Forsythia überstrahlen gerade alles in den Vorgärten der Reihenhaussiedlungen, doch sie sind ökologisch wertlos. Die Blüten des hybriden Zierstrauches aus Asien produzieren keinen Nektar und fallen somit als notwendige Nahrungsquelle für Insekten aus. Natur sollte nicht mit den Augen des Menschen betrachtet werden, denn er hat sich leider zu sehr von der Natur entfernt. Natur mit den Augen der Natur betrachten.
Ein zartes Gelb hinterlassen die Blüten immerhin auf Wolle, Seide und Baumwolle.

Granatapfel – Dunkles Paradies

Natur kann auch dunkel und grausam sein. Wolle, Seide und Baumwolle, vorgebeizt mit Alaun, gefärbt mit getrockneten Schalen des Granatapfels (Punica Granatum).
Die dunkle Farbe kommt durch die Nachbeize mit Eisensulfat.
Der Granatapfelbaum ist ein Symbol des Paradieses, der Fruchtbarkeit und Liebe.

Alkanna – frozen feelings

frozen feelings on february …
Wolle, Seide und Baumwolle, vorgebeizt mit Alaun, gefärbt mit der Wurzel von Alkanna tinctoria auch Schminkwurz, Alkannawurzel oder Ochsenzunge genannt.
Dies ist eine einfache Färbung ohne Alkohol, bei der die Farbkraft der Alkannawurzel nur schwach zum Vorschein kommt, nicht wie bei der Färbung mit Alkohol.
Alkanna wurde im Altertum zum Färben von Schminke, Ölen, Alkohol und vieles mehr verwendet. Auch als Holzfärbemittel zur Imitation von Mahagoni und Rosenholz.

Färberpflanze mit Migrationshintergrund

Farbe, statt nass, kalt und grau: Wolle, Seide und Baumwolle gefärbt mit Goldrute (Solidago).
Heilpflanze, Neophyt – quasi eine Färberpflanze mit Migrationshintergrund – und Nationalblume von Kentucky und Nebraska. Die Indianer Nordamerikas nutzten die wunderbare goldene Wildpflanze bereits als Färberpflanze.

Göttliches Gelb des Tages

Wolle, Seide und Baumwolle gefärbt mit Studentenblume, Tagetes.
Der Name geht auf Tages, den Etruskischen Gott der Weisheit zurück, der aus einer Erdfurche hervorgekommen ist.
Tagetes ist auch eine traditionelle Färberpflanze, sie kommt aus Mexiko und ist reich an dem orange-gelben Carotinoidfarbstoff Lutein, der heute industriell als Lebensmittelfarbstoff E161b für Nudeln, Pflanzenöl, Margarine, Backwaren, Senf und vieles mehr verwendet wird. Tagetesblüten sind auch essbar!

Wow, was für ein Wau!

Wow, was für ein Wau! Größer als ich, über zwei Meter, gesehen im ganzen Valle d‘ Visso auf dem Grande Anello in den italienischen Marken.
Zusammen mit der Weberkarde/Tuchkarde/Weberdistel (Dipsacus fullonum) – da hüpfte mein textiles Botanikerherz gleich höher – zwei traditionelle Textilpflanzen, die von einer langen Handwerksgeschichte erzählen.
Färberwau bekannt für die Gelbfärbung und die Distelköpfe der Weberkarde wurden zum Kardieren/ Kardätschen von Wolle verwendet, um die Fasern auszurichten.
Mein Färbeergebnis mit diesem Wau ist übrigens fantastisch geworden, quietschgelb ist nichts dagegen. Beweisfoto folgt.

Alkohol ist der Sanitäter in der Not

Etwas Farbe entgegen der Herbstmelancholie, zusammen mit einer ordentlichen Dosis vorm Wochenende. Yours sincerely, Miss Colourful!
Wolle, Seide und Baumwolle gefärbt mit der Wurzel von Alkanna tinctoria, auch Schminkwurz oder Ochsenzunge genannt, mit Hilfe von 90% Alkohol. Das Alkannin ist nicht wasserlöslich und muss vorher mit dem Alkohol herausgelöst werden, sonst ergibt es nur einen fliederfarbenen Ton. Alkanna wurde als traditionelle Färberpflanze seit dem Altertum für Schminke und zur Holzfärbung verwendet.

Görlitz im Fokus

Was ist Farbe? Wo kommen Farben her? Wie viele Farben gibt es überhaupt? Warum ist der Himmel blau und die Tomate rot?
Fragen, über die wir wie selbstverständlich nicht mehr nachdenken, die wir so schnell nicht beantworten können …
Fragen, die mich seit einiger Zeit begleiten und so auch am Wochenende nach Görlitz in die RABRYKA geführt haben. Danke an Sunny und das wunderbare Team des Fokus Festivals für die Einladung, danke für die bunte Zeit im schönen Görlitz.

Auf Mission der Farben

Malen mit Naturfarben ist zu einer Art Mission geworden:
„… denn wahrhafftig steckt die kunst inn der natur, wer sie herauß kann reyssen, der hat sie“

Albrecht Dürer

Hier noch ein Bild aus dem Prinzessinnengarten Kreuzberg vom Story Gardening Festival 2018.
Gleich schon wieder unterwegs nach Görlitz zum Fokus Festival 2018 in der RABRYKA, Eure Miss Colourful!