Klein, aber fein – Pfaffenhütchen

Ich mag ja die kleinen Dinge im Leben wie in der Natur. Wie der Blütenfruchtstand des Pfaffenhütchens, auch Gewöhnlicher Spindelstrauch (Euonymus europaeus) genannt, der gerade im Winter ein farbiger Knaller ist.
Pink-Orange, eine Kombination aus warmen und kalten Farbtönen aus dem gleichen Spektrum. Kontraste, wie sie spannender nicht sein können.
Und dazu ergeben die kleinen orangenen Früchte auf Wolle, Seide und Baumwolle ein frisches vorfrühlingshaftes Apfelgrün, genau die richtige Farbergänzung zu pink-orange. Natur mit anderen Augen sehen.

Top Five Dye Books

Meine Buchtipps zu Naturfarben, die ich wärmstens empfehlen kann:
„natürlich färben“ von Jackie Crook, Haupt Verlag, super Einsteigerbuch, übersichtlich, gutes Basiswissen und dazu preisgünstig.
„Färberpflanzen“ von Eberhard Prinz, der Klassiker und die Bibel für alle Färberfreunde, botanisches Sachbuch mit Steckbriefen zu Färberpflanzen.
„Färben mit Pflanzen“ von Dorit Berger, leider nur noch antiquarisch oder in der Bibliothek zu erhalten, dafür umso reicher an Tipps und Rezepten.
„Farben aus der Natur“ von Gretel Feddersen-Fieler aus dem Jahr 1982, die alten Färbebücher sind einfach die Besten. Leider auch nur noch antiquarisch oder in der Bibliothek zu erhalten. Umfangreiche Rezeptesammlung ohne Bilder.
Last but not least „Das Geheimnis der Farben“ von Victoria Finley, eine Schatzkiste an Farbwissen, für Künstler, Kunstgeschichtsliebhaber und Farbästheten, gibt es in Textform und als Bildband.
Naturfarben liegen voll im Trend, jährlich kommen weitere Bücher auf den Markt, die inhaltlich und optisch wunderbar gestaltet, aber für den Einstieg oftmals zu umfangreich, verwirrend und auch nur wiederholend sind. Deshalb hier meine Top Five als Klassiker aus der Mottenkiste 😉

Ein Farbkreis zum Fühlen

Funktioniert der Farbkreis auch für Naturfarben?!
Naturfarben sind anders, ganzheitlich und zusammenhängend. Niemals einzeln isoliert, sondern zusammengesetzt aus Farbstoffgemischen. Farben dominieren, andere Farben sind rar, andere fehlen ganz. Dieser Farbkreis scheint mir exemplarisch für das natürliche Färben von Wolle.

„Durchgängig und überall ist das echte Symbol der Natur der Kreis, weil er das Schema der Wiederkehr ist: diese ist in der Tat die allgemeinste Form der Natur, welche sie in Allem durchführt, vom Laufe der Gestirne an, bis zum Tod und der Entstehung organischer Wesen, und wodurch allein in dem rastlosen Strom der Zeit und ihres Inhalts doch ein bestehendes Dasein, d. i. eine Natur, möglich wird.“ Arthur Schopenhauer

Best of Herbstfarben #2

So richtig kann sich der Herbst nicht entscheiden und bleibt noch im Sommer.
Deshalb satte Herbstfarben, -früchte und -blüten von Stockrose, Tagetes, Heidekraut und Butternuss auf Wolle, Seide und Baumwolle.
Mit der Kraft der Sonne als best of #drawnwithnature pflanzengefärbt und ganzheitlich.

Best Of Herbstfarben #1

Herbst ist für mich immer wie ein zweiter Frühling. Nicht nur wegen den Herbstfarben, auch wegen dem Licht und vor allem dem wunderbaren Wind.
Farben, Färberpflanzen und Früchte des Herbstes wie Goldrute, Walnuss, Hopfen und Schilfrohr gefärbt auf Wolle, Seide und Baumwolle, als best of #drawnwithnature der letzten Jahre zusammengestellt.

#mehralsunkraut

Frisches Grün, Gelb und Blau – Wolle, Seide und Baumwolle gefärbt mit Schöllkraut, Chelidonium majus.
Der lateinische Name verweist auf eine „Himmelsgabe“, coelidonum oder donum cauli. Denn der orangefarbene Milchsaft verriet schon im Mittelalter die Signatur zu Gallensaft und so wurde die Goldwurz als Heilpflanze für Galle und Leber verehrt.
Heute macht sich die Ruderalpflanze in jeder Mauerritze bequem und erobert ganz Berlin. Chelidonium ist #mehralsunkraut und mehr als ein giftiges Warzenkraut. Probiert selbst! Natur mit anderen Augen sehen.

Podcast-Interview über Naturfarben

Susanne Stern alias Colours of Eden hat mit mir über Naturfarben gesprochen und wir hätten noch Stunden weiter reden können, danke Susanne für so viel Support und diesen Podcast, den ihr hier hören und sehen könnt.
Beide teilen wir die Leidenschaft für Naturfarben und tauschen uns darüber aus. Susanne berichtet regelmäßig in Podcasts darüber. Ihre Leidenschaft wurde im Studium geweckt, als sie als Farbpionierin in einem Forschungsprojekt Naturdruckfarben zur industriellen, textilen Anwendung entwickelte.

Ich liebe Rhabarber!

Ich liebe Rhabarber! Den Geschmack, den Geruch, ja die ganze Pflanze, die so eine skulpturale Kraft hat.
All das steckt auch schon im lateinischen Namen, Rheum rhabarbarum. Abgeleitet von rheubarbarum bedeutet es ‚fremdländische Wurzel‘. Denn Rhabarber stammt ursprünglich aus dem Himalaya und ist als Gemüse erst seit dem 18. Jhd. in Europa bekannt.
Rhabarber ist aber auch eine Färber- und Gerberpflanze. Mich erinnert Rhabarber vor allem an meine Kindheit, an lange, warme Sommerferien mit leckerem selbstgemachten Rhabarberpudding.

Die Birke der weißen Brigid

Der Frühling zeigt sich vorerst an den Bäumen nur in kleinen, frischen Blattknospen der Birke, was mich an diese Färbung aus dem letzten Jahr erinnert: Wolle, Seide und Baumwolle gefärbt mit frischen, jungen Birkenzweigen.
Die Birke ist die Verkörperung des Frühlings, sie steht für Neuanfang, Reinheit und Licht und wurde in früheren Zeiten der Lichtgöttin, der jungfräulichen Weißen Göttin Brigid gewidmet. Wie Pinselstriche in der Natur stehen die weißen Birkenstämme im Wald. What a lovely sacred drawing!